Baufinanzierung: Volksbanken patzen gleich doppelt

Baufinanzierung: Volksbanken patzen gleich doppelt

Baufinanzierung: Volksbanken patzen gleich doppelt

Gleich zweimal hat es die Volksbanken in den letzten Tagen grob erwischt:

1. Widerrufsmöglichkeit bei Baukrediten

Wenn Sie einen Immobilienkredit bei einer Volksbank, Raiffeisenbank und Sparda-Bank zwischen Sommer 2010 und 2014 eine Baufinanzierung abgeschlossen haben, können Sie möglicherweise bares Geld sparen.

Nach einem Urteil des Landgerichts Düsseldorf vom 15.12.2017, Aktenzeichen 10 O 143/17, welches noch nicht rechtskräftig ist, führt eine irreführende Klausel in den allgemeinen Geschäftsbedingungen zum Widerspruchsrecht. Das LG Düsseldorf sah die Widerrufsinformationen der beklagten Bank deshalb als falsch an, weil die Widerrufsfristen nach Ansicht des Landgerichts durch eine Klausel in den verwendeten AGBs der Bank kompromittiert wurden und damit fehlerhaft sind.

Diese Klausel wurde ab dem 11.06.2010 von vielen Volksbanken, Sparda-Banken und Raiffeisenbanken verwendet und führt insgesamt zur Fehlerhaftigkeit der Belehrung.

In den AGBs der beklagten Bank fand sich unter Punkt Nr. 26 folgende Passage:

„26 Abbedingung von § 193 BGB: Die Parteien bedingt die Regel des § 193 BGB ab, wonach dann, wenn an einem bestimmten Tag oder innerhalb einer Frist eine Willenserklärung abzugeben oder eine Leistung zu bewirken ist und der bestimmte Tag oder der letzte Tag der Frist auf einen Sonntag, einen am Erklärung- oder Leistungsort staatlich anerkannten allgemeinen Feiertag oder einen Sonnabend fällt, an die Stelle eines solchen Tages der nächste Werktag tritt. Durch das Abbedingen dieser Regelung kann beispielsweise die Fälligkeit einer Rate auch an einem allgemeinen Feiertag, einem Sonnabend oder einem Sonntag eintreten.“

Das LG Düsseldorf sah mit dieser Klausel die Widerrufsfristen von 14 Tagen bzw. 30 Tage für die Rückübertragung nach dem Widerruf als unzulässig verkürzt an. Denn „durch die verkürzte Darstellung der Widerrufsfrist kann der Verbraucher zu der Fehlvorstellung verleitet werden, die Widerrufsfrist sei bereits abgelaufen, obwohl dies tatsächlich nicht der Fall ist“. Somit seien die Widerrufsinformationen des Darlehensvertrages fehlerhaft, weil abweichend vom Gesetz zulasten der Darlehensnehmer bei den Fristen abgewichen wurde. Diese Formulierungen in den AGBs seien geeignet den Darlehensnehmer in die Irre zu führen, soweit es die tatsächliche Länge der Widerrufsfrist angeht als auch der damit zusammenhängenden Rückgewährfristen.

Sollte sich das Urteil bestätigen, können sich daher wohl noch viele Darlehensnehmer von ihren teuren Immobilienkrediten trennen und von den derzeit niedrigen Zinsen durch Umschuldung profitieren.

2. Tausende Baukredite könnten fehlerhaft sein

Wie die BILD berichtet, sind möglicherweise eine große Anzahl an Baukrediten von Volksbanken fehlerhaft. Grund dafür: Eine Software der Firma vdp research, ein Datenlieferant für Volks- und Raiffeisenbanken, soll systematisch zu niedrige Grundstückswerte bei zu bewertenden Objekten angegeben haben. Dadurch verringerte sich der Beleihungswert der Immobilie, wodurch es zu höheren Zinsen für die Baufinanzierung kommt.

Unter anderem wurden Straßen in Städten offenbar falschen Bodenrichtwertzonen zugeordnet, wodurch der Grundstückswert um teilweise mehrere Hundert Euro pro Quadratmeter niedriger lag, als er tatsächlich ist.

Sie brauchen Hilfe? Ich helfe Ihnen gern bei der Überprüfung ihres Immobilienkredits.

Sonnige Tage wünscht Ihnen Ihr

Pascal Holz vom Finanzkontor Dinslaken

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By |2018-07-02T07:49:21+00:00Juli 1st, 2018|Allgemein|0 Comments

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